Wohlbefinden durch Aktivieren der Selbstheilungskräfte

Auch ein Stechapfel verdient Beachtung

28. September 2010

Auf der Suche nach Liebstöckel für mein Kräutersalz hatte ich, ohne es zu bemerken und gänzlich achtlos, einen Stechapfel gestreift. Kaum zu Hause angekommen, bekam ich plötzlich Atemnot und ein beängstigendes Gefühl von Spannung auf den Lungen. Nach Konsultation meiner Kräuterfibel wusste ich dann, dass der Stechapfel eine Giftpflanze ist, die in hoher Dosis zu Atemlähmung führt. Ein sehr effizientes Gift, das zusammen mit Belladonna wahrscheinlich oft im Mittelalter Verwendung fand, um Missliebige unauffällig aus dem Weg zu räumen.

Seit dieser einprägsamen Begegnung schenke ich dem Stechapfel Beachtung und kann ihn sogar berühren, ohne dass es irgendwelche Auswirkungen hat. Denn nun weiß ich, dass der Stechapfel einfach nur nach Aufmerksamkeit verlangte, so wie jeder Mensch und jedes Tier, denn natürlich ist auch eine Pflanze ein Lebewesen.

Kommentare

DA würde ich ganz klar sagen Glück gehabt, wenn man eine Pflanze erwischt die giftig ist, kann so was auch schnell mal ins Auge gehen. Ich selbst streife auch oft durch die Natur und schaue was man so schönes finden kann, aber du hast völlig recht, selbst wenn man sich bewusst durch die Natur bewegt und damit den meisten Städtern etwas voraus hat, kann es doch leicht passieren, dass man eine Pflanze übersieht oder zu wenig beachtet.Schön formuliert, das auch pflanzen solche Beachtung brauchen und verlangen. aber natürlich nicht nur der Stechapfel oder eine hübsche Blume. Eigentlich verdienen alle Pflanzen solche Wahrnehmung und wenn man sich einige Minuten mehr nimmt ist es beim Spaziergang auch so leicht. Einfach das Bewusstsein für alle Reize öffenen.

Stechapfel (Datura stramonium)
Sehr giftig!!

Volksglaube und Mythologie

Stechapfel war wahrscheinlich ein Bestandteil der so genannten Flugsalben, die in den Hexenprozessen so häufig erwähnt wurden. Sicher ist dies jedoch keineswegs, denn während der Hexenverfolgung war Stechapfel in Mitteleuropa noch relativ selten. Er ist eher eine Pflanze des Orients. Aus seinem Samen wurden Liebestränke hergestellt oder Räuerwerke gemischt, die die Sinne vernebelten und Traumbilder hervorriefen. Stechapfel ist tödlich giftig.
Die meisten Verfasser alter Kräuterbücher fürchteten den Stechapfel und warnten ihre Leser vor ihm. …………

„Die Kräuter aus meinem Garten“
Siegrid Hirsch

 

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